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Mach dein Wohnmobil jetzt winterfest

Schlagworte: Wohnmobil winterfest, Wohnwagen winterfest, | Kategorie: Allgemein

Stehen oder fahren? Die Campinggemeinde teilt sich in zwei Lager: Während die einen ihr Wohnmobil einmotten und für den Winterschlaf vorbereiten, nehmen die anderen einige Änderungen vor, um auch in den kalten Monaten unterwegs sein zu können. Welcher Gruppe du auch angehörst – wir haben die wichtigsten Tipps für dich parat.

So übersteht dein Wohnmobil den Winter im Stehen

Wenn du dein Wohnmobil winterfest machen und über mehrere Monate hinweg nicht nutzen möchtest, braucht es dafür vor allem den passenden Stellplatz. Ideal ist es, wenn du dafür eine Garage hast, einen Carport oder eine Scheune: So ist das Wohnmobil vor Niederschlag geschützt.

Verfügst du nicht über einen überdachten Stellplatz, kannst du überlegen, ob du dem Wohnmobil eine Abdeckung für den Winter spendierst: Maßgeschneiderte und wasserundurchlässige Überzüge schützen es vor Witterungseinflüssen. Aber auch Versiegelungen wie die Wachs-, die Nano- oder die Keramik-Versiegelung bieten einen wirkungsvollen Schutz.

Zuerst steht die Reinigung an

Ehe du dein Wohnmobil winterfest machen kannst, solltest du es gründlich vom Dach bis zum Unterboden reinigen. Überprüfe es auf Risse, Kratzer und Schrammen und behandle defekte Stellen mit Wachs. Die Gummidichtungen pflegst du mit Glycerin oder Talkum, und alle Scharniere solltest du gut einfetten (möchtest du das Reisemobil versiegeln lassen, tust du das vor diesen Schritten).

Mach auch im Innenraum sorgfältig sauber und räume die Schränke aus. Die Schranktüren lässt du am besten offen, damit sich im Inneren kein Schimmel bilden kann. Hast du Platz im Haus, wo du Polster und Matratzen warm und trocken lagern kannst, ist das ideal. Ansonsten lass sie nicht am üblichen Platz, sondern rücke sie etwas ab, stelle sie auf oder lege sie an andere Stellen – so bilden sich weniger leicht Stockflecken.

Weitere nötige Vorbereitungen

Leere alle Wassertanks und Wasserleitungen im Wohnmobil und lass die Hähne aufgedreht: So stellst du sicher, dass sich kein Eis bilden kann, das dann Frostschäden verursacht. Ziehe die Scheibenwischer von der Scheibe weg und gib etwas Frostschutzmittel in die Scheibenwischanlage.

Versorge den Tank mit winterfestem Diesel, damit er keinen Rost ansetzt. Schließe alle Gashähne und schraube die Regler los. Dass die Bremsklötze festfrieren, verhinderst du, indem du in den ersten Gang schaltest und die Handbremse löst. Du kannst die Akkus entweder vollgeladen ausbauen, oder du lädst sie einmal ganz auf. Um die Reifen zu entlasten, erhöhst du den Druck in ihnen um 0,5 bar, wenn du das Wohnmobil nicht sowieso aufbocken möchtest.

Einmal im Monat ist Visite

Auch wenn du dein Wohnmobil winterfest gemacht hast, solltest du es nicht unangerührt bis zum Frühjahr stehenlassen: Alle vier Wochen öffnest du stattdessen Fenster und Türen – steht dein Mobil unter freiem Himmel, warte dafür auf trockenes Wetter! Während des Stoßlüftens kontrollierst du im Innenraum, ob alles in Ordnung ist: Hat sich Kondenswasser gebildet oder gar Schimmel? Positioniere die Kissen und Matratzen neu und lüfte sie kurz durch. Außerdem kannst du das Wohnmobil ein paar Zentimeter bewegen, damit die Reifen nicht immer an derselben Stelle belastet sind (falls du es nicht aufgebockt hast).

Weißt du bereits aus Erfahrung, dass sich Feuchtigkeit sammeln wird, oder stellst du das bei der ersten Überprüfung fest, kannst du vorbeugen: Stelle eine Schale mit Granulat auf. Dies entzieht der Luft die Feuchtigkeit und bindet sie, sodass sich kein Schimmel bilden kann. Bei Bedarf kannst du das Granulat bei jedem Stoßlüften wechseln. Achtung: Sollte das nötig sein, ist etwas mit dem Wohnmobil nicht in Ordnung. So viel Feuchtigkeit sollte sich nicht innerhalb relativ kurzer Zeit ansammeln. Vor dem Losfahren solltest du also dringend Fenster, Dichtungen und Oberlicht untersuchen und prüfen, ob nicht vielleicht Wasser durch den Boden dringt. Andernfalls bekommst du schnell ein Schimmelproblem!

Sparen und Schutz im Winter

Du kannst dein Wohnmobil über die Wintermonate abmelden, wenn du es nicht benutzen möchtest, und auf diese Weise die normalen Versicherungsgebühren und Steuern sparen. Achtung: Dann darfst du es nicht auf öffentlichen Verkehrsflächen abstellen! Steht dein Wohnmobil im Freien, lohnt es sich, eine günstige Ruheversicherung abzuschließen: Sie greift, wenn jemand in das Wohnmobil einbricht oder wenn Tiere oder Hagel Schäden verursachen.

Achtung: Wirf einen Blick auf den nächsten TÜV-Termin für dein Wohnmobil, ehe du es für die nächsten Monate ruhigstellst! Liegt er irgendwann im Winter, ist es am besten, wenn du ihn vorziehst. So kannst du nämlich im nächsten Frühjahr unbeschwert wieder losfahren und musst den Termin nicht nachholen.

Gut vorbereitet im Winter auf Tour

Je nachdem, wie dein Wohnmobil ausgestattet ist, musst du im Winter auf Campingurlaub nicht verzichten. Das gilt zumindest in den meisten Jahren – im Winter 2020/2021 sieht das etwas anders aus: Aktuell (Stand 7.12.2020) ist das touristische Camping noch mindestens bis zum 10.01.2021 nicht erlaubt. Danach ist es wichtig, dass du bei den infrage kommenden Campingplätzen anrufst – nicht jeder Besitzer entscheidet sich unter den gegebenen Umständen für die Öffnung, sobald sie nicht mehr verboten ist. Und gerade beim Wintercamping macht es wenig Freude, vor verschlossenen Türen zu stehen und keinen geeigneten Platz für die Nacht zu finden.

Allerdings gilt in Deutschland, dass jeder Fahrzeuglenker zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit eine Nacht auf öffentlichen Parkplätzen bleiben darf. Solange du dein Vorzelt nicht aufbaust und deine Campingmöbel nicht nach draußen stellst (und wer will das schon im Winter?), solltest du daher auch keine Probleme bekommen, wenn du morgens wieder aufbrichst. Städtetrips oder Ausflüge in eine Region, in der du mit deinen Lieben schöne Winterwanderungen vornehmen kannst, sind also durchaus möglich.

So bereitest du das Wohnmobil auf die Fahrt vor

Wenn du es nicht genau weißt und auch noch nicht im Winter campen warst, schau in die Papiere zu deinem Wohnmobil und finde heraus, ob es überhaupt wintertauglich oder winterfest ist. Nur in letzterem Fall wirst du bei Minustemperaturen keine unliebsamen Überraschungen erfahren: Für beide Bezeichnungen gibt es Tests, mit denen man feststellen kann, wie schnell und gründlich das Wohnmobil sich aufheizt. Überprüfe außerdem, ob der Abwassertank isoliert und beheizbar ist!

Bietet dein Wohnmobil alle Grundvoraussetzungen für das Wintercamping, musst du die geeigneten Vorbereitungen treffen: Zunächst solltest du dein Reisemobil reinigen und wachsen, die Dichtungen pflegen und die beweglichen Teile fetten. So schützt du die einzelnen Teile am besten vor der Witterung unterwegs. Winterreifen sind sowieso Pflicht, aber du solltest auch Schneeketten an Bord haben, falls du sie benötigst: In manchen Regionen sind sie Vorschrift, aber bei hohem Schneeaufkommen können sie auch sonst hilfreich sein.

Fülle Motoröl mit der Viskositätsklasse 0W-40 ein, damit bist du bei winterlichen und auch bei sommerlichen Temperaturen gut gerüstet. Gib Frostschutzmittel zum Wasser in der Scheibenwischanlage und zum Kühlerwasser. Nicht zuletzt solltest du deine Lichtmaschine und die Fahrzeugbatterie überprüfen: Erstere ist im Winter essenziell, und Letztere wird bei niedrigen Temperaturen besonders gefordert.

Das muss mit beim Wintercamping

Für einen Ausflug im Winter solltest du immer eine extra Gasflasche im Wohnmobil haben: Die Heizung sorgt für einen deutlich höheren Verbrauch als im Sommer, und du möchtest in der Kälte ganz sicher nicht ohne Gasnachschub dastehen. Außerdem ist es wichtig, dass du einen Eiskratzer an Bord hast. Eine gute Scheibenabdeckung hilft dabei, die Wärme im Mobil zu halten – ebenso wie dicke Vorhänge von innen.

Wichtig ist außerdem, dass du das Starthilfekabel immer parat hast. Unterlegkeile sorgen dafür, dass das Wohnmobil auf Schnee und Eis nicht wegrutscht. Enteisungsspray für das Türschloss solltest du immer im Rucksack haben – im Reisemobil bringt es dir nichts, wenn die Tür sich nicht öffnen lässt. Pack auf jeden Fall auch eine Schneeschaufel und eine Leiter mit ein: Wenn es einmal über Nacht stark schneit, musst du das Wohnmobildach sorgfältig vom Schnee befreien, ehe du weiterfahren kannst.

Nimm dicke Arbeitshandschuhe mit. Wenn du draußen Schnee räumen musst, tun dir sonst allzu schnell die Hände von der Kälte weh. Und unterschätze nicht die Dunkelheit im Winter: Es gibt nur wenige Stunden am Tag, an denen du draußen alles sehen kannst. Für die restliche Zeit ist es am besten, wenn du eine Stirnlampe im Gepäck hast: Musst du draußen etwas erledigen, brauchst du oft genug beide Hände, sodass eine herkömmliche Taschenlampe hinderlich wäre.

Die Witterung im Auge behalten

Grundsätzlich solltest du dich im Winter unmittelbar vor jeder Fahrt über die Witterungsbedingungen informieren: Guck dir den aktuellen Wetterbericht für die ganze Strecke an und konsultiere zudem den Niederschlagsradar. Es kann im Winter auch leicht vorkommen, dass Teile deiner geplanten Strecke gesperrt sind, daher ist auch der Verkehrsbericht Pflicht. Grundsätzlich ist es immer gut, relativ früh aufzubrechen und die geplante Strecke bei Tageslicht zu fahren.

Fazit: Mit der richtigen Vorbereitung kann der Winter kommen

Ganz gleich, ob du dein Wohnmobil über den Winter einmotten oder ob du damit die Straßen unsicher machen möchtest: Du solltest es den niedrigen Temperaturen entsprechend behandeln. Eine ausgiebige Reinigung und Pflege stehen sowohl vor der Winterruhe wie auch vor dem Wintercamping an. Das stehende Wohnmobil solltest du regelmäßig überprüfen und lüften, während du beim Wintercamping Dinge mitnehmen musst, die du im Sommer nicht auf der Packliste stehen hast. Außerdem erfordert das Fahren im Winter viel mehr Vorsicht und Voraussicht als im Sommer.