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Haute Cuisine? Kochen auf dem Campingplatz

Schlagworte: Kochen Campingplatz, Kochen im Wohnmobil, Kochen im Wohnwagen, | Kategorie: Caravan Niese

Es gibt so viele schöne, kreative Gerichte für den Zeltplatz! Das Klischee von den ausschließlich Dosenravioli essenden Campern hat sowieso noch nie gestimmt, aber inzwischen gibt es viele gute Gründe für einen abwechslungsreichen Speiseplan, wenn du auf Tour bist. Kochen im Wohnwagen war nämlich noch nie so bequem möglich wie heute.

Haute Cuisine auf dem Campingplatz – warum nicht?

Immer mehr Leute verbringen große Teile ihres Jahresurlaubs auf dem Campingplatz. Warum soll es dann in der Küche immer nur rustikal zugehen? Am meisten Spaß macht es, wenn du dich an den Gerichten der Region orientierst. Dann bekommst du nämlich regionale, frische und gar nicht mal so teure Zutaten und lernst die Gegend gleich noch mal ein bisschen besser kennen.

Bist du zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern an der Küste unterwegs, solltest du überlegen, ob sich nicht ein Abstecher zum Rostocker Fischmarkt lohnt. Hier bekommst du garantiert fangfrischen Fisch, aber auch Meeresfrüchte, Gewürze, die gut dazu passen, und leckere Marinaden. In der Fischbratküche kannst du schon einmal ausprobieren, wie der Norden schmeckt – und dabei vielleicht auch kreative Gerichte für den Zeltplatz kennenlernen.

Grillen, Braten oder Dünsten – Campingplätze bieten Potential

Während du zu Hause wahrscheinlich die übliche Herd- und Kochplatten-Kombination hast, sind die meisten Wohnwagen oder Wohnmobile mit zwei bis drei Platten ausgestattet. Ein Herd fehlt zumeist. In Luxusmobilen kann er aber integriert sein. Alternativ kannst du ihn selbst nachrüsten: Es gibt Anbieter, die spezielle Backöfen für Wohnmobile entwickelt haben.

Allerdings wirst du feststellen, dass das Kochen im Wohnwagen und auf dem Campingplatz aus so einen großen Variantenreichtum erlaubt: Du kannst auf den Kochplatten braten, dünsten und kochen. Streust du am Ende der Garzeit Käse über das Essen in deiner Pfanne, kannst du es sogar überbacken. Hinzu kommt außerdem die Tatsache, dass du auch grillen kannst, wann immer du möchtest. Das ist etwas, das beispielsweise in einer Stadtwohnung oft zu kurz kommt. Und nach einer schönen Campingsaison hast du ein bisschen mehr drauf als nur die üblichen Nackensteaks gut durch, versprochen.

Wohnwagen und Wohnmobile sind nicht mehr das, was sie einmal waren – zum Glück! Wurde früher die Küche im rollenden Heim absolut stiefmütterlich behandelt, gibt es heute umfangreiche Küchenzeilen, die das Kochen im Wohnmobil erleichtern. Oft hast du genügend Platz, um auch umfangreichere Gerichte vor- und zuzubereiten – und das Essen draußen unter freiem Himmel oder mit Freunden zusammen macht sowieso viel mehr Spaß als zu Hause.

Kulinarische Highlights – drei Fischgerichte zur Wahl

Hast du Lust, mal ausgiebig in regionalen Gerichten von der Ostseeküste zu schwelgen? Dann findest du hier drei Fischrezepte, mit denen du deinen fangfrischen Kauf besonders lecker zubereiten kannst. Von simpel bis aufwendig ist alles dabei, ebenso wie vom Essen für den lauen Sommerabend bis zum Gericht für die steife Brise. Aber Achtung, es besteht Suchtgefahr!

Marinierter Hering mit Apfel

Dieses Rezept ist zwar einfach, aber du brauchst viel Vorbereitungszeit: Die Heringe müssen in der Marinade gut durchziehen. Lass sie also mindestens einen, aber besser noch zwei Tage darin liegen.

Du brauchst für vier Personen

  • 600 Gramm Hering (am besten ausgenommen, geschuppt und geputzt)
  • 4 Zwiebeln
  • 2 Äpfel
  • 8 bis 10 saure Gurken
  • 1 Becher Naturjoghurt
  • 2 Becher saure Sahne
  • 500 Milliliter Milch
  • 159 Gramm Mayonnaise
  • Weißweinessig
  • 4 Lorbeerblätter
  • Wacholderbeeren
  • Salz
  • Pfeffer

Schneide die Äpfel, die Gurken und die Zwiebeln in Würfel. Dann vermengst du Milch, Joghurt, saure Sahne und Mayonnaise miteinander. Gibt die Würfel, die Lorbeerblätter und die Wacholderbeeren hinein und schmecke mit Salz, Pfeffer und Weißweinessig ab. Jetzt schneidest du den Hering in mundgerechte Stücke und gibst sie in die Marinade. Achte darauf, dass alle Fischstücke gut bedeckt sind! Nach ein bis zwei Tagen in einer abgedeckten Schüssel im Kühlschrank ist der Hering richtig lecker. Koche dazu Pellkartoffeln. Der Fisch wird kalt serviert und eignet sich daher für warme Sommertage.

Achtung: Die Lorbeerblätter solltest du vor dem Servieren entfernen. Und es ist auch nicht jedermanns Sache, auf eine intensiv schmeckende Wacholderbeere zu beißen. Du kannst sie an den Rand schieben, wenn du sie auf deinem Teller findest.

Gegrillte Meerforelle

Viele kreative Gerichte für den Zeltplatz hängen mit dem Grill zusammen. So auch dies. Findest du auf dem Rostocker Fischmarkt eine Meerforelle, kannst du sie auf dem Grill garen – ein ganz besonderer Genuss! Am besten ist, wenn du sie bereits ausgenommen und geschuppt kaufen kannst, sonst musst du diese Aufgaben selbst übernehmen.

Du benötigst für das Gericht

  • eine Meerforelle
  • Zitronensaft
  • Tomaten
  • Zitronen
  • Dill
  • Frühlingszwiebeln
  • Salz
  • Pfeffer

Und so gehst du vor:

Du wäschst die Forelle gründlich von innen und außen und tupfst sie trocken. Dann reibst du sie ebenfalls von innen und außen mit etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer ein. Schneide die Tomaten und die Zitronen in Scheiben und die Frühlingszwiebeln in Ringe. Gib sie zusammen mit dem Dill in den Bauch des Fisches.

Lege die Forelle in eine mit Öl bestrichene Fisch-Grillzange. Falls du keine besitzt, kannst du auch eine Alu-Grillschale oder Bananenblätter benutzen. Alternativ legst du einige Zitronenscheiben auf den Grillrost und platzierst die Forelle darauf. Sie sollte nur nicht mit dem Rost selbst in Berührung kommen: Hier brennt sie sehr schnell fest und zerfällt dann beim Wenden.

Wende die Forelle alle paar Minuten. Nach etwa 20 Minuten kannst du mit einem Messer vorsichtig in die dickste Stelle des Fisches schneiden und nachschauen, ob er durch ist. Das siehst du daran, dass das Fleisch weiß ist und nicht mehr durchsichtig. Alternativ ziehst du vorsichtig an der Rückenflosse: Lässt sie sich leicht lösen, ist der Fisch gar.

Dazu passen Salzkartoffeln, die du noch kurz in Butter mit Petersilie schwenkst, und ein bunter Salat. So zauberst du ein besonders leckeres Sommeressen. Und das gemeinsame Grillen macht das Essen zu einer geselligen, gemütlichen Angelegenheit.

Pannfisch in Senfsoße

Ein echtes Highlight an der Ostseeküste ist der sogenannte Pannfisch. In der Gegend um Rostock herum verwendet man dafür Dorsch (andere Seefische kannst du aber auch verwenden). Das Gericht eignet sich ideal für etwas kühlere Tage, an denen der Seewind dich ordentlich durchgepustet hat und an denen du gern etwas Deftiges essen möchtest. Und beim Kochen im Wohnwagen wird dir schon wohlig warm.

Du brauchst für vier Personen:

  • 800 Gramm Dorschfilet
  • 1 Kilogramm Kartoffeln
  • 50 Gramm geräucherter Speck
  • 1 Bund Lauchzwiebeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 300 Milliliter Fischfond
  • 150 Milliliter trockener Weißwein
  • 150 Milliliter Sahne
  • 2 Esslöffel Dijon-Senf
  • 1 Esslöffel mittelscharfer Senf
  • 1 Esslöffel Mehl
  • Butter
  • Butterschmalz
  • Pfeffer
  • Salz
  • Zucker
  • Zitronensaft
  • Speisestärke

Als erstes kochst und pellst du die Kartoffeln, aus denen du Bratkartoffeln machen wirst. Lass sie abkühlen und schneide sie in nicht zu dünne Scheiben. Du kannst sie zunächst beiseitestellen und dich erst um die Soße kümmern.

Hacke Zwiebel und Knoblauch fein und dünste sie bei schwacher Hitze in etwas Butter an. Sie sollten glasig werden, nicht braun. Dann fügst du den Weißwein und ein Lorbeerblatt hinzu, würzt mit Pfeffer und lässt die Mischung fast ganz einkochen. Gieße dann den Fischfond in den Topf und warte, bis die Flüssigkeit etwa um die Hälfte reduziert ist. Dann fügst du die Sahne hinzu und lässt alles noch einmal um ein Viertel einkochen. Schmecke die Soße nun mit Zitronensaft und Salz ab, ehe du sie durch ein Sieb gießt. Bei Bedarf gibst du ein bisschen Speisestärke dazu, damit sie etwas dickflüssiger wird. Schwitze dann die beiden Sorten Senf mit einer Prise Zucker an und gieße sie mit der Soße auf. Lass alles zusammen heiß werden.

Während die Soße immer wieder reduziert, kannst du dich an die Zubereitung der Bratkartoffeln machen: Brate sie kräftig in Butterschmalz an, bis sie etwas braun werden. Gib dann den geräucherten Speck dazu und brate ihn mit. Würze mit etwas Pfeffer und eventuell etwas Salz (aber sparsam – manchen Leuten reicht auch das Salz des Specks). Zwei Minuten vor dem Servieren gibst du die in Röllchen geschnittenen Frühlingszwiebeln dazu.

Schneide den Dorsch in mundgerechte Stücke und würze sie mit Pfeffer, Salz und ein paar Spritzern Zitronensaft. Dann wendest du sie in Mehl und brätst sie in Butterschmalz. Drei Minuten von jeder Seite reichen. Vor dem Servieren gibst du die Soße darüber und stellst die Pfanne auf den Tisch (Pannfisch = Pfannenfisch). Die Bratkartoffeln gibt es dazu – und wenn du etwas Frisches als Beilage möchtest, eignet sich ein grüner Salat oder ein Gurkensalat.

Fazit: Kochen im Wohnwagen kann vielseitig sein

In Zeiten, zu denen immer mehr Leute viel Zeit oder sogar ihr ganzes Leben im Wohnwagen verbringen, sind die Ansprüche an die Kochgelegenheiten natürlich gestiegen. Die Hersteller hören auf die Wünsche ihrer Kunden und setzen sie um. Entsprechend musst du heute auf fast nichts mehr verzichten, wenn du beim Camping kochen möchtest. Und der Grill erweitert die Palette der Rezepte, die du umsetzen kannst, noch um ein Vielfaches. Viele Camper, die oft und lange auf Tour sind, haben inzwischen auch Rezeptbücher für kreative Gerichte auf dem Zeltplatz zusammengestellt. Liebst du das Kochen, wird dir also im nächsten Campingurlaub garantiert nicht langweilig.

Vor frischem Fisch und anderen Meeresfrüchten brauchst du nicht zurückzuschrecken – das hast du an diesem Artikel gesehen. Du wirst feststellen, dass die regionalen Gerichte mit dem ganz frisch gefangenen Fisch nicht nur toll schmecken, sondern auch das Urlaubserlebnis vertiefen. Man sagt ja nicht umsonst, dass Liebe durch den Magen geht. Hast du nach einer schönen langen Saison alle wichtigen regionalen Gerichte ausprobiert und deine Lieblinge identifiziert, siehst du die Gegend mit ganz anderen Augen. Das Schönes ist, dass du den Geschmack dann untrennbar mit dieser Region verbindest. Kochst du die Gerichte also zu Hause nach, bist du gedanklich wieder mitten in deinem schönen Ostseeurlaub.

Bildquelle: pixabay, grill-4709068_1920.jpg